Live-Voting-Tools: Mentimeter, Slido und Alternativen
Live-Voting-Tools für Meetings und Events im Vergleich: Mentimeter, Slido und Alternativen, Grenzen der Gratisstufen, Anonymität und Grenzen für Beschlüsse.
UmfragenVeröffentlicht
Mit Live-Voting-Tools stimmt das Publikum während einer Sitzung, eines Workshops oder einer Veranstaltung per Smartphone oder Laptop ab, und das Ergebnis erscheint nach Sekunden auf der Leinwand. Die bekanntesten Tools sind Mentimeter und Slido, daneben gibt es einige Alternativen. Für Beteiligung, schnelle Stimmungsbilder und Fragerunden sind sie hervorragend, für Wahlen und verbindliche Beschlüsse nicht, weil sie nicht prüfen, wer stimmberechtigt ist. Hier vergleichen wir die wichtigsten Optionen, Stand Oktober 2026.
Vergleichstabelle
| Tool | Gratisstufe | Anonymität | Anbieter | Stärke |
|---|---|---|---|---|
| Mentimeter | Ja, begrenzte Teilnehmende pro Monat (laut Hilfe-Center 50) | Standardmäßig anonym, Namen optional | Schweden | Interaktive Präsentationen, viele Fragetypen, Wortwolken |
| Slido | Ja, begrenzte Umfragen und Teilnehmende je Veranstaltung laut Tarifseite | Anonyme Fragen möglich, Namen optional | gehört zu Cisco | Fragerunden, Einbindung in Meeting-Plattformen |
| Umfragefunktion der Videoplattform | In vielen Tarifen enthalten | Unterschiedlich, Host sieht teils Einzelantworten | Plattformanbieter | Kein Zusatztool, einfache Ja/Nein-Fragen |
Die Gratisstufen zählen unterschiedlich. Mentimeter rechnet Teilnehmende über einen Monat, eine einzige große Veranstaltung kann das Kontingent also aufbrauchen. Slido rechnet je Veranstaltung, häufige kleine Meetings passen daher besser. Grenzen ändern sich, maßgeblich ist die aktuelle Preisseite.
Mentimeter
Mentimeter verbindet Folien und interaktive Fragen in einer Präsentation. Teilnehmende geben auf menti.com einen Code ein und stimmen ab, bringen Optionen in eine Rangfolge, bewerten Aussagen auf Skalen oder füllen Wortwolken. Ein Konto brauchen sie nicht, die Antworten sind damit standardmäßig anonym. Das Unternehmen sitzt in Schweden.
Typischer Einsatz: Workshops, Schulungen, Konferenzen und Teamsitzungen, in denen die Abstimmung Teil der Präsentation ist.
Slido
Slido begann als Werkzeug für Publikumsfragen und ist heute eine vollständige Live-Voting-Plattform. Teilnehmende stellen und bewerten Fragen, beantworten Umfragen und Quizze und bleiben auf Wunsch anonym. Slido lässt sich in gängige Präsentations- und Meeting-Plattformen einbinden, praktisch, wenn Ihre Sitzungen ohnehin dort stattfinden.
Typischer Einsatz: Mitarbeiterversammlungen, Podiumsdiskussionen, regelmäßige Teammeetings mit vielen Fragen.
Weitere Alternativen
Es gibt weitere Live-Voting-Tools, etwa Wooclap und AhaSlides, sowie Open-Source-Lösungen aus dem Hochschulumfeld wie Particify. Viele Videoplattformen haben außerdem eine einfache Umfragefunktion, für ein Handzeichen im Videocall reicht das oft. Wer besonderen Wert auf Datenhaltung in Deutschland legt, sollte bei Open-Source-Lösungen auch den Eigenbetrieb prüfen.
Wo Live-Voting an Grenzen stößt
Live-Voting beantwortet die Frage „Was denkt der Raum?“, nicht „Was hat die Mitgliederversammlung beschlossen?“. Der Unterschied ist wichtig:
- Keine Berechtigungsprüfung: Wer den Code hat, stimmt ab, auch Gäste oder Personen, an die der Code weitergeleitet wurde.
- Keine sichere Stimme pro Person: Meist werden Mehrfachstimmen pro Gerät verhindert, nicht pro Mitglied.
- Wenig Dokumentation: Ergebnisse gibt es als Grafik oder Tabelle, nicht als förmliches Wahlprotokoll.
Für verbindliche Beschlüsse in der virtuellen oder hybriden Mitgliederversammlung brauchen Sie ein Wahlsystem mit Berechtigungsprüfung. Live-Voting kann parallel für Einstieg, Stimmungsbild und Fragen laufen.
Sinnvolle Einsätze
- Einstiegsfrage zu Beginn der Sitzung;
- Stimmungsbild vor einem förmlichen Antrag;
- Priorisierung von Themen oder Ideen;
- anonyme Fragen an den Vorstand;
- kurzes Feedback am Ende einer Veranstaltung;
- offene Abstimmungen über Verfahrensfragen, wenn die Satzung das zulässt.
Tipps für bessere Live-Abstimmungen
- Kurze Fragen: Das Publikum liest auf dem Smartphone und hört gleichzeitig zu.
- Ausgewogene Antwortoptionen, wo sinnvoll mit „unentschieden“. Beispiele finden Sie unter Abstimmungsfragen richtig formulieren.
- Code lange genug zeigen und für Nachzügler wiederholen.
- Vorher festlegen, ob Ergebnisse live oder erst nach Abschluss erscheinen, denn Zwischenstände beeinflussen später Abstimmende.
- Ergebnisse exportieren, wenn sie ins Protokoll sollen.
Für längere Befragungen vor oder nach einer Sitzung siehe Umfrage-Tools im Vergleich. Für den nächsten Sitzungstermin ist eine Terminabstimmung das passende Werkzeug.
Die Anbieter auf dieser Seite
Mentimeter
Sitz: Schweden
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Häufige Fragen
Was ist eine gute Mentimeter-Alternative?
Slido ist die bekannteste Alternative und stark bei Fragerunden. Daneben gibt es Tools wie Wooclap oder AhaSlides und Open-Source-Lösungen aus dem Hochschulbereich wie Particify. Welche passt, hängt von Teilnehmerzahl, Häufigkeit und Datenschutzanforderungen ab.
Darf ich Live-Voting in der Mitgliederversammlung nutzen?
Für offene Abstimmungen über Verfahrensfragen und Stimmungsbilder oft ja, sofern die Satzung offene Abstimmungen zulässt. Für Wahlen, Satzungsänderungen und andere verbindliche Beschlüsse brauchen Sie ein Werkzeug mit Berechtigungsprüfung.
Sind Live-Votings anonym?
In der Regel ja: Teilnehmende treten mit einem Code ohne Konto bei. Veranstalter können aber Namen oder Login verlangen. Sagen Sie dem Publikum, welche Einstellung gilt.
Ist Mentimeter DSGVO-konform nutzbar?
Mentimeter ist ein schwedisches Unternehmen und damit in der EU ansässig. Ob Ihr Einsatz datenschutzkonform ist, hängt dennoch von Vertrag, Einstellungen und erhobenen Daten ab. Prüfen Sie Auftragsverarbeitung und Datenschutzhinweise.
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